Der lange Espresso…..
Bei aller Abenteuerlust gibt es eine Sache, bei der ich keine Kompromisse mache:
meinen Kaffee.
Manche bunkern Goldbarren, ich bunkere Lungo-Kapseln. In den Tiefen von »Mr.Neros« Stauraum lagert ein Kapselvorrat, der vermutlich bis nach Wladiwostok reichen würde. Zugegeben, das ist nicht nur ein Vorrat, das ist eine strategische Reserve, die »Mr.Nero« gefühlte zwei Zentimeter in die Knie zwingt. Aber ohne das vertraute Zischen meiner Dolce-Gusto-Maschine beginnt der Tag jenseits der Komfortzone gar nicht erst.

Der SUV unter den Heißgetränken?
Ich höre schon den Aufschrei der Nachhaltigkeits-Apostel bis hierher. Aluminium! Kunststoff! Ökobilanz! Ja, ich gebe es zu: Die Kapsel ist vermutlich der SUV der Kaffeezubereitung. Aber was macht man, wenn einem French-Press-Plörre oder Filterkaffee einfach nicht schmecken?
Wenn der Lungo mit seiner haselnussbraunen Crema in die Tasse läuft und diesen Duft aus Röstnoten und Schokolade verströmt, werde ich schwach. Das bekommt man unterwegs eben nur mit der Kapsel hin – oder wer schleppt bitteschön einen zwölf Kilo schweren Vollautomaten durch die marokkanische Wüste?
Fakten gegen Aluminium-Fantasien
Um mit den Mythen der „Ewiggestrigen“ aufzuräumen: Eine Kapselabdeckung – und nur die ist aus Aluminium – wiegt gerade einmal 0,07 Gramm. Man muss schon stattliche 240 Kapseln leeren, um überhaupt auf das Aluminiumgewicht einer einzigen herkömmlichen 500-Gramm-Kaffeetüte zu kommen.
Aluminium ist im Grunde das Gold des kleinen Mannes; es lässt sich unendlich oft recyceln. Wer mich also als Umweltsünder tituliert, sollte vielleicht zuerst die Alufolie in der eigenen Vorratskammer wiegen.