Warum mache ich das?

Das ist eine berechtigte Frage, und die Antwort liegt wahrscheinlich irgendwo zwischen einer kleinen verbliebenen Abenteuerlust, chronischer Neugier und einer winzigen Prise Rebellion.

Viele Menschen in meinem Alter suchen vor allem Sicherheit. Sie kaufen sich E-Bikes für den Stadtpark, buchen betreute Kreuzfahrten oder fahren seit dreißig Jahren an denselben Urlaubsort. Jedem das Seine. Das ist völlig okay, aber es ist nicht meine Welt. Wer seinen Ruhestand nicht ab und zu hinterfragt, bleibt in der Gleichförmigkeit hängen, ohne je wieder etwas zu wagen oder wirklich Neues zu erfahren. Die Kuscheldecke des Älterwerdens ist bequem, und genau darin liegt die Gefahr: Man merkt nicht, wie man darunter verschwindet.

Ich habe schlicht keine Lust, in der Routine des Vertrauten zu versinken und Sätze zu sagen wie „Dafür bin ich zu alt“ oder „Das verstehe ich sowieso nicht mehr“. Das wäre für mich die verbale Kapitulation.

Nein, ich will jetzt nicht am Bungee-Seil hängen (das Kopfkino meiner Freunde dazu ist bereits strafbar), aber ich will neugierig und aufgeschlossen bleiben. Auch wenn das bedeutet, dass man sich in Marokko mal kurz körperlich oder, wie beim Aufbau dieser Website, technisch übernimmt. Dann wird eben ein Gang zurückgeschaltet. Aber es wird gemacht.